Ehrenamtliches Engagement hat eine wichtige Funktion für den Zusammenhalt, die Lebensqualität und die Sicherung der Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen. Übergreifendes Ziel des Forschungsvorhabens ist es, weiterführende Erkenntnisse zum Engagement von Frauen in ländlichen Räumen zu gewinnen. Im Fokus der Untersuchung stehen vor allem Rahmenbedingungen, Herausforderungen und entsprechende Lösungsansätze. Am Beispiel der LandFrauen wird untersucht, wie sich weibliches Engagement in den ländlichen Regionen in Deutschland darstellt und wie angesichts des demografischen und sozialen Wandels und der Veränderungen im ehrenamtlichen Engagement organisationsgerahmtes Ehrenamt strukturell angepasst und weiterentwickelt, neue Mitglieder gewonnen und gehalten sowie Übergangs- und Nachfolgeprozesse wirksam gestaltet werden können.
Methodisch lässt sich das Forschungsvorhaben als „Mixed-Methods-Ansatz“ beschreiben. Zum Einsatz kommen qualitative und quantitative Forschungsmethoden. Konkret sind folgende Arbeitspakete vorgesehen:
1. Literaturanalyse und Festlegung des Raumkonzepts
2. Explorative Vorstudie (Interviews mit Schlüsselpersonen, Expertengespräche)
3. Bundesweite Online-Befragung der Mitglieder des Deutschen LandFrauenverbandes
4. Durchführung von regionalen Werkstattgesprächen
5. Nutzerfreundliche Aufbereitung und Verbreitung der Ergebnisse
Erwartet werden aussagekräftige geschlechtsspezifische Befunde, die neue Erkenntnisse bezüglich des Diskurses zum alten und neuen Ehrenamt liefern. Auch wenn vordergründig das klassische vereinsgebundene Ehrenamt im Fokus steht, besteht Offenheit für andere Formen des Engagements und damit die Möglichkeit, neue Formen weiblichen Engagements zu entdecken. Dies verspricht Ansatzpunkte für theoretische Modellentwicklungen, die die Frauenperspektive angemessen einbeziehen. Zudem werden Handlungsempfehlungen erarbeitet, die dazu beitragen können, ehrenamtliche Strukturen im ländlichen Raum unter noch stärkerer Berücksichtigung regionaler Unterschiede und mit Blick auf die spezifischen Bedarfe von Frauen zu stärken. Des Weiteren sind vielfältige Anregungen für die Gestaltung der Engagementpraxis zu erwarten, die auch Schlussfolgerungen für die Entwicklung und Vernetzung anderer primär ehrenamtlich getragener Organisationen in ländlichen Räumen zulassen. Die Verbreitung der Ergebnisse wird über verschiedene Wege (u.a. Publikationen, Beteiligung an öffentlichen Veranstaltungen, digitale Formate) erfolgen.
01.05.2021 – 30.09.2023
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Deutscher LandFrauenverband e.V. (dlv)