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Konzeptionelle Grundlagen der Beratung

  1. Die Alterung der Bevölkerung tritt zunächst als quantitatives Phänomen in Erscheinung: die Zahl älterer Menschen steigt, und – infolge sinkender Gesamtbevölkerungszahlen – auch ihr Anteil.

    Die Bevölkerungsgruppe im Alter ab 60 Jahre ist immer weniger homogen, Lebens- und Bedarfslagen im Alter sind zunehmend differenziert. Die Unterschiede sind u.a. alters- und geschlechtsabhängig, durch Migrationserfahrung und kulturelle Herkunft bedingt bzw. können mit dem Gesundheitszustand, den Wohnbedingungen, dem Bildungsgrad und den finanziellen Verhältnissen zusammenhängen.

    Diese Differenzierungen entstehen nicht erst mit dem Alter, sondern entwickeln sich im Lebenslauf, können sich aber im Alter verändern. Der Fokus richtet sich daher nicht allein auf das Alter als Lebensphase, sondern auf Altern als Prozess.

    Das Institut für Gerontologie nimmt die Lebenslagen im Alter in ihrer Gesamtheit in den Blick und macht sie zur Grundlage seiner Beratungstätigkeit. Eine Zielsetzung ist dabei explizit, Empfehlungen zu erarbeiten, wie Benachteiligungen im Alter beseitigt bzw. vermindert werden können; dies entspricht der sozialpolitischen Orientierung, die in der Satzung der FfG festgeschrieben ist.

  2. Die sozialpolitische Ausrichtung und der damit verbundene Einbezug benachteiligter Lebenslagen Älterer, werden – ausgehend von einem differenziellen Alter(n)sverständnis – ergänzt durch eine Perspektive, die das Alter als Ressource betrachtet. Diese ermöglicht nicht nur dem weitaus größten Teil der älteren Bevölkerung ein selbstständiges Leben, sondern kommt darüber hinaus in vielerlei Formen aktiven Alterns zum Ausdruck und steht nicht zuletzt im Rahmen ehrenamtlichen bzw. bürgerschaftlichen Engagements auch gesamtgesellschaftlich zur Verfügung.

    In Kontrast dazu steht eine starke Tendenz in der öffentlichen Auseinandersetzung mit der demografischen Entwicklung, in der die Belastung der jüngeren Generationen im Vordergrund steht.

    Das Institut für Gerontologie versteht es deswegen als seine Aufgabe, deutlich zu machen, dass die sich aus der Alterung der Bevölkerung ergebenden Herausforderungen in Verknüpfung mit den Potenzialen des Alters betrachtet werden. Der daraus resultierende gesellschaftliche Nutzen zeigt sich dabei nicht allein im Engagement Älterer für die Gemeinschaft, sondern durch Aktivität schlechthin, die wegen ihres gesundheitsfördernden Effekts dazu beiträgt, dass Mobilitätseinschränkungen, Unterstützungs- oder Pflegebedarf – und damit die Inanspruchnahme der sozialen Sicherungssysteme – zumindest erst verzögert auftreten. Diese Perspektive beinhaltet stets den Erhalt bzw. die Verbesserung von Lebensqualität auch im Alter.

  3. Damit sich die Kompetenzen des Alters entfalten können, sind jedoch geeignete Rahmenbedingungen erforderlich, die zumindest teilweise erst geschaffen werden müssen. Insofern sind Politik und Gesellschaft durch die demografische Entwicklung nicht primär mit Versorgungsproblemen konfrontiert, sondern vor Gestaltungsaufgaben gestellt.

    Die Aufgabe, die Rahmenbedingungen zu gestalten, unter denen die Bevölkerung altert, fällt weitgehend den Kommunen zu – resultierend aus dem im Grundgesetz (Artikel 28, Absatz 2) garantierten „Recht …, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln“, einerseits und ihrer Verpflichtung zur Daseinsvorsorge andererseits. Entsprechend sind die Kommunen die primären Orte der Gestaltung von Lebensbedingungen.

    In seiner Beratungsfunktion wendet sich das Institut für Gerontologie daher besonders an Entscheidungsträger und Akteure auf kommunaler Ebene.

    Ziel ist es, zu analysieren, welche Anforderungen aus der demografischen Entwicklung unter den spezifischen örtlichen Gegebenheiten resultieren und darauf bezogene Handlungsoptionen aufzuzeigen sowie Empfehlungen zu erarbeiten. In den Untersuchungshorizont werden zudem überörtliche Instanzen und Einflüsse aus dem Land, dem Bund, der EU sowie international einbezogen.

  4. Generell basiert die Beratungstätigkeit des Instituts für Gerontologie auf wissenschaftlicher Analyse; die Beratung ist insofern theoriegeleitet. Sie kann aber nicht allein aus der Theorie abgeleitet werden. Ausgehend von einem dialogorientierten reflexiven Ansatz wird Beratung als kommunikativer Prozess gestaltet. Dabei sind zum einen der Auftraggeber, zum anderen die ältere Bevölkerung selbst zu beteiligen.

    Das Institut für Gerontologie setzt sich dafür ein, dass die ältere Bevölkerung in diese Auseinandersetzung aktiv einbezogen wird. Diese Partizipation wird nicht allein aus methodischen Gründen angestrebt, um Informationen über Lebenslagen im Alter zu gewinnen. Darüber hinaus können auf diese Weise die Mitwirkungswünsche älterer Menschen aufgegriffen werden und die Kompetenzen des Alters in die Gestaltung der Lebensbedingungen eingehen.



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Kontakt

Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V. /
Institut für Gerontologie
an der TU Dortmund

Evinger Platz 13
44339 Dortmund
Tel.: 0231 / 728488-0
Fax: 0231 / 728488-55